Jahresrückblick 2021 des 1. Vorsitzenden Albert Spreu

Albert

Sehr geehrte Mitglieder,

werte Förderer,

geschätzte Freunde,

 

das Jahr 2021 neigt sich dem Ende und was liegt da näher, als zum Julfest ein Resümee zu ziehen. Auch im Jahr 2 der SARS-CoV-2-Pandemie hat das Vereinsleben erhebliche Einschränkungen erfahren müssen. So mussten fast alle Hauptverbandsveranstaltungen im 1. Halbjahr, wie die RSV-Bundesqualifikation, die RSV-DM, CACIB Neumünster sowie die alljährliche Helfersichtung, ausfallen. Erst mit Beginn der warmen Monate wurden Veranstaltungen wie die JHV in Präsenz sowie die LCC-Woche unter den bestehenden Auflagen möglich. Nichtsdestotrotz blieb es ein arbeitsames Jahr. Wo immer es möglich war, unterstützen wir unsere Competence-Center und Ortsgruppen bei der Durchführung ihrer Veranstaltungen.

Als eine der größeren Veranstaltungen in 2021 in der RSV2000-Welt ist der Schutzhund-Trainers-Cup in Sorø (Dänemark) zu benennen. Dänemark war ein idealer Austragungsort, denn die Auflagen und Bestimmungen waren zu dieser Zeit im Verhältnis zu Deutschland nahezu nicht spürbar, was dieser Veranstaltung ein sehr angenehmes Setting verpasste. Mit über 5 teilnehmenden Nationen war diese Veranstaltung sehr gut frequentiert und ein voller Erfolg. An dieser Stelle möchten wir uns noch einmal beim RSVglobal Sorø für die gelungene Durchführung dieser Veranstaltung bedanken.

Direkt darauffolgend haben wir das 5. Mal in Folge die RSV-Weltmeisterschaft in Hann. Münden durchgeführt. Auch in diesem Jahr hatte die Zahl der Teilnehmer ein positives Vorzeichen und zeigte, dass der Zuspruch wächst. Erwähnenswert ist die außerordentliche Unterstützung der Stadt sowie des Landkreises, die uns eine unvergessliche Großveranstaltung ermöglichten.

Vier Wochen später fand ebenfalls unter internationaler Beteiligung die IFH (Internationale Fährtenhund-Meisterschaft) in Wulkenzin statt. Auf dieser Veranstaltung qualifizierten sich unsere Teilnehmer für die VDH DM IGP-FH 2021. Leider konnten wir, aufgrund der auf die Corona-Verordnung aufgesattelten Bestimmungen des Veranstalters, nicht unser komplettes Team zur VDH-DM entsenden. Hier zeigte sich, dass ganz anders als in unserem Verband üblich, nicht der Hund und der Hundeführer im Mittelpunkt stehen und alles was möglich ist auch möglich gemacht wird, sondern andere Interessenlagen überwiegen. Aus unserer Sicht hätte die sächsische Corona-VO hier einen anderen Spielraum gelassen, welcher zum Leidwesen einiger Qualifikanten bei weitem nicht ausgenutzt worden ist. Wir haben an entsprechender Stelle protestiert, jedoch zwecklos.

Ähnlich ernüchternd war auch das letztendliche Ergebnis unseres Antrags zur VDH-Mitgliederversammlung. Um es noch einmal in Erinnerung zu rufen, wir haben einen Antrag gestellt, welcher den VDH-Vorstand dazu aufforderte, sich dem Thema „Beauftragung eines unabhängigen Gutachtens zur Beweisführung, dass es des vollen Spektrums des Behaviorismus bedarf, um Hunde fach- und sachgerecht zu trainieren, zu erziehen und auszubilden.“ zu widmen. Auf der VDH-Mitgliederversammlung fand dieser Antrag mit 87,7 % aller Stimmen eine breite Zustimmung. Uns war es als Verband daran gelegen, eine breite Koalition über alle Rassehundezucht- und Hundesportverbände zu schaffen. Dies schien uns geglückt zu sein. Allerdings teilte uns der VDH am 24.11.2021 mit, dass kein Gutachter gefunden werden konnte und am 25.11.2021 war es dann auch schon darum geschehen. Jeder möge das bitte für sich selbst einordnen. Ausschließlich das Bundesland Niedersachsen wehrte sich gegen die Novellierung der Tierschutz-Hundeverordnung und wurde im Bundesrat abgewiesen. Wir werden sehen, was nun auf uns zukommt. In unserem Verband haben wir bereits auf die gesetzlichen Neuerungen reagiert und die entsprechenden Anlagen zur Sichtungs- und Körordnung angepasst.

Als weitere Aufgaben haben wir uns in diesem Jahr der fortschreitenden Digitalisierung unseres Verbandes gewidmet und hoffen, dass uns ab Frühjahr 2022 ein neues Backend zur Vereinsadministration zur Verfügung steht. Wir arbeiten hier mit dem aus unserer Sicht progressivsten IT-Unternehmen in diesem Bereich zusammen. Lasst euch überraschen.

Des Weiteren haben wir am Tag nach der VDH-Mitgliederversammlung mit erfolgter Satzungsänderung einen Antrag auf Anerkennung der RSV-PO als offizielle Hundesportart im VDH gestellt. Dies hat mehrere Gründe. Zum einen ist es uns wichtig, dass wir den Nachweis über eine ordnungsgemäße Zucht mit Arbeitsprüfungen beim VDH dokumentiert wissen. Des Weiteren soll so ein eindeutiger Beleg über die Gebrauchshundeausbildung und -zucht geschaffen sein. Darüber hinaus wollen wir uns nicht der Beitragspflicht im Sinne der Beitragsordnung (Sportbeitrag) entziehen. Wir sind gerne bereit, unseren Beitrag zu leisten. Als weiteres Ziel streben wir die Eintragungen von Ausbildungskennzeichen nach RSV-PO in das Gebrauchshundzertifikat an, damit diese Hunde auf nationalen und internationalen Ausstellungen in der Gebrauchshundeklasse vorgestellt werden können. Dass unsere Zielsetzung mehr als berechtigt ist, erkennen wir daran, dass nationale Schutzhundesportarten, wie die VPG in der Schweiz, French Ring in Frankreich, ZVV in Tschechien, SVV in der Slowakei und Svenska Skydd in Schweden nach wie vor Bestand haben und gelebt werden.

Züchterisch war der RSV2000 wieder richtig aktiv. Zwar sind noch nicht alle Würfe für dieses Zuchtjahr abgenommen, jedoch ist zu erkennen, dass wir mit Sicherheit ein ganz ähnliches Niveau wie im letzten Jahr haben. Darüber hinaus ist es uns gelungen, in diesem Jahr einen weiteren Zuchtrichter durch den VDH für uns akkreditiert zu bekommen. So werden wir zukünftig in der Lage sein, selbstständig Zuchtrichter auszubilden und prüfen zu können. Dies ist ein ganz wesentliches Element der Vereinsautonomie.

Ganz besonders freut es mich, dass wir in diesem Jahr mit „Radetzky del Camino Duro“ den ersten „nationalen Arbeitschampion RSV2000 (CACT)“ küren konnten. Dieser altehrwürdige Rüde, der sich bereits durch sehr erfolgreiche Nachzucht bewährt hat, vereinigte genau das, wofür die Züchtergemeinschaft im RSV2000 angetreten ist: In den Gebrauchshundeigenschaften hoch veranlagte, agile und bis in hohe Alter fitte Hunde.

Somit schauen wir hoffnungsvoll auf das anstehende Jahr 2022 mit dem aufrichtigen Wunsch von etwas mehr Normalität in unserer Umgebung.

Ich wünsche euch allen ein besinnliches Weihnachtsfest und einen gelungenen Rutsch ins neue Jahr.

 

Albert Spreu

1.Vorsitzender