Bericht zur RSV WM von Dr. Jürgen Grimm

Podest

Ein Bericht von Dr. Jürgen Grimm

Auch in Pandemie-Zeiten ist der RSV2000 nicht zu stoppen ........

Auch in Pandemie-Zeiten ist der RSV2000 nicht zu stoppen und so fand auch dieses Jahr nun schon fast traditionell unsere WM in Hann. Münden statt.

Trotzdem fühlte sich die Veranstaltung durch die erforderlichen Maßnahmen irgendwie ungewohnt an. Kompliment an das Organisationsteam, das eine so große Veranstaltung auch unter den aktuellen Rahmenbedingungen planen und sicher durchführen konnte. War sicherlich nicht immer leicht, ständig an die bestehenden Hygieneregeln zu gemahnen, aber so hat sich unser Verein auch nach außen keine offene Flanke erlaubt.

Der Wettkampf selbst war spannend und hochklassig. Ganz vorne landete, vormals noch als trefflicher Newcomer gestartet, Peter Kaspereit, der mit Yustav-Wilhelm  vom Gleisdreieck nicht nur eine beeindruckende Leistung zeigte, sondern sich nun auch anschickt, mit seinem Vater im RSV2000 eine Dynastie zu etablieren, wie es einst die Kembels mit ihren zahlreichen Teilnehmern aus Schweden vormachten. Denn auch Peters Vater Wolfgang erkämpfte sich in seinem Debut als Dritter einen Platz auf dem Podium. Nicht auszudenken, wie viele Punkte Peter mit Yustav noch holen wird, wenn der Hund auch noch das Springen lernt!;)

Den zweiten Platz holte sich Dr. Helmut Raiser mit einer technisch blitzsauberen Vorstellung seiner Inlay aus eigener Zucht.

Aber auch gerade der vierte Platz durch Ingrid Berensmann war spektakulär und sehr emotional. Die in allen Bereichen – Trieb, Technik und Koordination – wunderbar anzuschauende Unterordnung hätte auch die höchste Punktzahl verdient gehabt, wäre Gucci bei der letzten Übung, dem Vorausschicken, nicht vorzeitig aus der Ablage aufgestanden. Beim abschließenden Schutzdienst hätte man bei der Anspannung im Publikum eine Nadel sprichwörtlich fallen hören können, hätte Gucci nicht fortwährend so anhaltend verbellt. Am Ende stand nach einigen Jahren des Pechs bei großen Veranstaltungen die verdient hohe Platzierung und die Erleichterung und Freude darüber war überall zu spüren. So sollte es sein, dass eine solche Platzierung genauso viel bedeutet wie das Podium und sowohl Publikum wie Konkurrenz für das Gelingen der Akteure mitfiebern.

Überhaupt hatte ich das Gefühl, dass wir gerade in Pandemie-Zeiten auch mit dem Zuschauerzuspruch durchaus zufrieden sein können. Die Werbung im regionalen Umfeld hatte sich also bezahlt gemacht. Dass wir diesmal nicht ganz so international aufgestellt waren, wie das die Jahre zuvor der Fall war, ist ganz klar auch den erschwerten Reisebedingungen durch die Pandemie geschuldet.

Aufgefallen ist mir persönlich noch die fantastische Leistung von Agnieszka Filar aus Polen. Tolle Vorführung mit Super-Triebwechseln und klaren Kommandos.

Ebenfalls Hochachtung für Hans Bodenmeier, der sich anschickt, mit seinem Rudi sämtliche Rekorde zu brechen. Trotz seiner neun Lenze habe ich Radetzky im Schutzdienst noch nie so entschlossen gesehen.

Leider gab es wie so oft Diskussionen um die einzelnen Wertungen. Ich denke, dass wir uns darauf besinnen sollten, dass auch unser Wertesystem leider Spielraum für Interpretationen lässt und dass Fehler nun mal auch menschlich und nicht vermeidbar sind. Insofern plädiere ich persönlich da für etwas mehr Entspannung. Vielleicht macht es ja auch Sinn, wenn wir wieder zu unserem ursprünglichen Ansatz mit zwei Richtern zurückkehren. Dann würden von manchen als Ausreißer empfundene Bewertungen eben auch eine Mittelung erfahren.

In diesem Sinne freue ich mich auf nächstes Jahr, hoffentlich ohne Corona und brenne darauf, vielleicht endlich auch mal wieder selbst einen Hund vorführen zu können.