27.09.-29.09.2019 RSV WM 2019 Bericht

Sieger

Ein persönlicher Bericht von Dr. Jürgen Grimm

Für mich war es etwas Besonderes

 

Teilnehmerbericht RSV2000-WM 2019

 

Für mich war es schon etwas Besonderes, hier in Hann. Münden noch einmal mit meiner nunmehr neunjährigen Hündin an der RSV2000 WM teilzunehmen.

Seit neun Jahren kenne ich nun schon den RSV, bin ja mit dem Erwerb von Raisers Caja in den Verein eingetreten, und konnte somit auch die Entwicklung unseres Vereins live miterleben.

Da war der rasante Aufstieg des Vereins, auf den auch die anderen Verbände aufmerksam wurden – und da waren auch die anhaltend problematischen Phasen, in denen der Verein durch schwere Zerwürfnisse und Spaltungen sein allzu ‚menschliches‘ Gesicht zeigte.

Umso schöner, dass wir bei der WM immer noch das erleben dürfen, wofür wir einst angetreten sind und wofür der Verein im Kern, ausgedrückt durch seine Präambel, steht: Für fairen Hundesport, an dem sich alle Teilnehmer und Zuschauer neidlos begeistern. Diese familiäre Atmosphäre haben wir uns wenigstens bei unserer zentralen Veranstaltung, unserer WM, bewahren können und das lässt uns auch weiterhin Hoffnung für die Zukunft schöpfen.

Ein paar Beispiele für die faire Zusammenarbeit unter Konkurrenten, die zeigen, dass wir unseren alten Spirit zumindest im Sport erhalten haben:

  • Eigentlich hätte ich gar nicht teilnehmen können und dürfen, da ich weder für den Donnerstag noch den Freitag der Veranstaltung von meinem Arbeitgeber frei bekommen hatte. Dennoch kümmerte sich Heidi Willaschek sowohl um meine Anmeldung als auch um meinen späten Fährtentermin am Freitag. So konnte ich direkt von der Arbeit auf die Fährte düsen, die Hündin auf die Fährte schmeißen und war im Rennen.
  • Helmut startete mit 93 Punkten auf der Fährte. Offenbar war der letzte Gegenstand durch einen Erdklumpen verdeckt gewesen. Helmut nahm das anstandslos hin, obwohl seine Siegchancen dadurch merklich eingeschränkt wurden.
  • Am Sonntag hatte ich ganz am Ende der Veranstaltung mit meiner läufigen Hündin noch die Unterordnung und den Schutzdienst vor mir. Ich ging mit dem guten Gefühl auf den Platz, dass mir jeder der Teilnehmer die Daumen drückte und mir ein möglichst gutes Abschneiden gönnte.

Persönlich bin ich sehr zufrieden mit dem, was meine Hündin, die mich auf Wettbewerben nie im Stich gelassen hat, noch einmal vor dem Eintritt in die wohlverdiente Rente geleistet hat. Ein bisschen Wehmut hat mich dann doch begleitet, denn nun geht ja auch irgendwie ein Kapitel mit Caja zu Ende…

Ein Trost ist, dass ich mit Mordor wieder einen Junghund habe, der, obwohl ganz anders als Caja veranlagt, alles an Begabung für einen tüchtigen Gebrauchshund mitbringt. Insofern hoffe ich, dass auch ihn unser RSV2000 mit seinen Grundsätzen für Ausbildung und Wettkampf begleiten wird! Es wäre jammerschade, wenn uns all dies wegen interner Streitereien und Eitelkeiten verloren ginge.

Bleibt mir noch zu erwähnen, dass mit unserem dänischen Sieger Mark René an der Spitze wieder hervorragender Hundesport zu sehen war und wir Teilnehmer uns wie gewohnt auf eine reibungslose Organisation verlassen konnten. Dank an dieser Stelle noch mal an das Organisationsteam!

Leider konnte man am Ende der WM bei der Siegerehrung sehen, dass kaum mehr Zuschauer als Teilnehmer vor Ort waren. Aber es werden auch wieder bessere Zeiten kommen!

Immerhin hatten wir diesmal auch durch den trefflichen Peter Kaspereit und seine sympathische Entourage tatkräftige Unterstützung vom SV!

Dr. Jürgen Grimm