17.-19.01.2020 Bericht FCI Leistungsrichterseminar in Wien

Seminar

Dr. Helmut Raiser und Dirk Edler waren für uns in Wien.

Bericht von LR Dirk Edler

             Bericht zum FCI Leistungsrichterseminar in Wien

 

Der VDH hatte die prüfungsberechtigen Verbände aufgefordert, bis zu zwei Leistungsrichter für das FCI Leistungsrichterseminar vom 17. bis 19. Januar 2020 in Wien zu benennen.

Für den RSV2000 waren der LAZ Dr. Helmut Raiser und

LR Dirk Edler dieser Aufforderung gefolgt.

Nach acht Stunden Fahrt kamen wir pünktlich zu Beginn der Veranstaltung beim ÖKV in Wien an, dort wurden wir herzlich vom Vorsitzenden der FCI Gebrauchshundekommission, Herrn Frans Jansen, begrüßt.

Frans Jansen hatte Dr. Helmut Raiser, obwohl er kein FCI Leistungsrichter ist, explizit zur Veranstaltung eingeladen.

Zur Veranstaltung hatten sich ca. 100 LR aus aller Welt eingefunden, um in einer einheitlichen Auslegung der neuen IGP Prüfungsordnung geschult zu werden.

 

Nach der offiziellen Begrüßung durch Frans Jansen wurde das Thema Fährte durch Herrn Hari Arcon/Slowenien (Mitglied der FCI Gebrauchshundekommission) behandelt.

Hervorzuheben ist sein klares Bekenntnis zur funktionellen Arbeit des Hundes. Zusätzliche Ausbildung wie z.B. das Fokussieren der Gegenstände sind nicht verboten, werden aber ausdrücklich nicht gefordert und führen demzufolge auch nicht zu höheren Ergebnissen.

 

Erfreulicherweise forderte Frans Jansen zur Diskussion auf, und schon am ersten Tag konnte festgestellt werden, dass es absolut notwendig ist, die sehr unterschiedlichen Auffassungen bezüglich Zweck, Bedeutung, Inhalt und Interpretation der PO zum Konsens zu führen.

 

Der Samstag war komplett für das Thema Unterordnung vorgesehen.

Referenten für dieses Thema waren die Mitglieder der FCI Gebrauchshundekommission Edgar Scherkl/Deutschland und

Robert Markschläger/Österreich.

Anhand von Power Point Präsentationen wurden Interpretationen zu Inhalten der PO geliefert, die wiederum zu kontroversen Diskussionen führten. Es wurde festgestellt, dass Nachbesserungen notwendig sind.

 

Einigermaßen überrascht, aber erfreut, konnten wir feststellen, dass unsere Einlassungen auf der VDH Tagung im Januar 2019 sowohl bezüglich einer Differenzierung der Richtweise auf Ortsgruppenebene und überregionalen Prüfungen als auch in Bezug auf das Gesamtergebnis aufgegriffen worden waren.

 

Bezüglich Zweck und Bedeutung ergab sich eine rege Diskussion, ob die IGP PO eine reine Sporthundprüfung darstellt, oder ob sie eine zuchtrelevante Lenkungswirkung hat.

Der RSV2000 Beitrag stellte klar, dass diese Fragestellung obsolet ist, da die Realität belegt, dass die Ergebnisse bzw. Platzierungen und der daraus resultierende Einsatz der entsprechenden Hunde in der Zucht diese Frage eindeutig mit Ja beantwortet.

Letztlich regelt auch der Markt durch Angebot und Nachfrage den Zuchteinsatz dieser Hunde, unsere Argumentation führte zu spontanem Beifall.

 

Als nächstes wurden Videosequenzen aus Prüfungen von den Teilnehmern gerichtet.

Dabei konnte festgestellt werden, dass zwischen den niedrigsten und höchsten Gesamtbewertungen bis zu 10 Punkte Differenz bestanden.

Dr. Raiser griff die Ermahnung von Frans Jansen, dass die Richter durch ihr Richten entscheidende Verantwortung für die Popularität unseres Sports haben auf und ergänzte diese Aussage mit dem Einwand, dass hier auch Marketing betrieben werde.

Seine Aussage „Spitze zieht die Breite“ und deshalb braucht dieser Sport „Helden“ fand große Zustimmung bei den anwesenden Leistungsrichtern.

 

Das Angebot des RSV2000, unser Richtsystem einzelnen Mitgliedern der FCI Kommission vorzustellen, um auch wieder zu einer gerechteren Differenzierung im mittleren Bereich zu kommen, wurde vor Ort positiv aufgenommen.

 

 

 

Beim gemeinsamen Abendessen mit einigen der Teilnehmer kam auch der gesellige Teil nicht zu kurz, der bei der Vita der Beteiligten aus Fachsimpelei und dem Auffrischen von alten und jüngeren Erinnerungen bestand.

 

Der Sonntag war für das Thema Schutzdienst reserviert, durch dieses Thema führten Hari Arcon und Robert Markschläger.

Das Richten anhand von Videosequenzen führte wie schon am Vortag zu deutlichen Meinungsunterschieden.

Geklärt wurden formale Aspekte, in deren Verlauf Herr Markschläger feststellte, dass die Anwendung von Pflichtpunktabzügen mitunter eine Problematik beinhaltet, die durch Richten mit Prädikaten besser zu hantieren ist.

Das haben wir wohlwollend zur Kenntnis genommen, da es unserer Philosophie des Richtens entspricht.

 

 

Nach dem Schlusswort des Kommissionspräsidenten warteten acht bzw. zwölf Stunden Heimweg auf uns.

Festzuhalten bleibt aber, die Reise hatte sich in vielerlei Hinsicht gelohnt.

Der RSV2000 konnte sich konstruktiv einbringen, wir wurden mit Anerkennung wahrgenommen und letztendlich haben wir das Gefühl, dass etwas in die richtige Richtung in Bewegung gekommen ist.

 

Dirk Edler, LCC und Leistungsrichter RSV2000