03. und 04. Juli 2010: Schlosspark Meisdorf – Deutscher Schäferhund im Ehrenring

Dr. Steffen Schock, Vorsitzender des VDH Landesverbandes Sachsen- Anhalt war begeistert: „Seit Jahren bemühe ich mich immer wieder, dass hier im Schlosspark Meisdorf auch Deutsche Schäferhunde gezeigt werden – vergebens! In diesem Jahr sind Sie unserer Einladung gefolgt und zeigen uns solch herrliche Tiere. Ich selber habe Rhodesian Ridgebacks, aber seit meiner Kindheit bin ich mit Deutschen Schäferhunden vertraut. Mein Vater und auch ich sind begeistert, Ihre beeindruckenden Hunde hier bei uns zu sehen.“

Warten am Ring im Schloßpark Meisdorf

Die „geraden“ Deutschen Schäferhunde erregten großes Interesse

Immer wieder kamen andere Aussteller anderer Hunderassen an den Ring und fragten interessiert nach. Deutlich war die Freude zu spüren beim Anblick der Farben, der geraden Rücken, der stabilen Hinterhand und der typischen, lupoiden Köpfe: Es gibt sie also noch, die „richtigen“ Deutschen Schäferhunde! „Wir dachten schon, es gäbe nur noch die, die wir sonst manchmal bei Ausstellungen sehen. Eure Hunde können ja noch richtig toll laufen!“

VDH Allgemeinrichter Dr. Peper in bewundernswerter Höchstform

Diese Begeisterung zeigte auch der Richter Herr Dr. Wilfried Peper und lobte überschwänglich die Gesamterscheinung sowie jedes erwünschte Detail. Anatomische Fehler verpackte er in netten Worten. Seine Beschreibungen zeigten jedem Aussteller, dass er wirklich jeden Hund eingehend betrachtete. Jeder fühlte sich mit seinem Hund ernst genommen, niemand wurde „schnell mal abgefertigt“.

„Fühlen Sie mal“, wurden die Besitzer aufgefordert, „hier ist die Scapulaspitze. Und nun schauen Sie, welch herrlich gelagerter Oberarm.“ Eingehend erklärte Herr Dr. Peper jedem die Bedeutung für die Bewegung des Hundes. Er konnte sich vor allem für die stabile Hinterhand aller ausgestellten Hunde begeistern, genauso jedoch für eine kräftige Bezahnung, standardgemäße Köpfe und Ruten mit korrekter Länge. Ganz nebenbei erhielt jeder noch eine Lehrstunde, wie man seinen Hund so stellt und vorführt, dass er seine anatomischen Vorzüge zur Geltung bringt.

LAZ Dr. Helmut Raiser stellt seine Hündin aus

Bei sengender Hitze richtete Herr Dr. Wilfried Peper an beiden Tagen ohne Pause, ohne Mittagessen oder wenigstens Imbiss, eine Hunderasse nach der anderen. Auf Malteser folgten Möpse, dann Kaukasen, zwischendurch Pudel und zum Schluss die Deutschen Schäferhunde,

Angenehmes Ausstellen ohne „Außen-Ringläufer“

Die entspannte Atmosphäre war sicher der Organisation und der Umgebung zu verdanken, vor allem jedoch der Tatsache, dass die Hunde nicht unnötig im Ring laufen mussten und es wirklich niemanden gab, der versuchte, vom Rande aus seinen Hund mit einem Quietschtier oder ähnlichem zu motivieren. Eben eine VDH Ausstellung ohne peinliches „double-handling“!

Unerwartete Ehren in der Vielfalt der Hundewelt

„Ich bin Mitglied im RSV2000 geworden, weil man in dem Verein nicht ausstellen muss!“ erzählte Klaus Mack morgens. „Nun haben wir uns den VDH-Bestimmungen anpassen müssen und ich bin hier. Ich hoffe, ich bekomme für meine beiden Hunde je ein "gut.“ Es lief dann aber ganz anders für Klaus Mack: Sein Rüde lief locker und unbeeindruckt, bis er den Titel , bester Hund seiner Rasse errungen hatte. Das bedeutete, nochmals anzutreten, dieses Mal im Ehrenring, wo Herr Dr. Peper, der am Sonntag u.a. diesen Wettbewerb richtete, unter je einem Afghanen, Bullterrier, Jura Laufhund, Dalmatiner und vielen anderen den schönsten Hund der Ausstellung kürte. Auf dem Siederpodest stand schließlich ein schwarzer Neufundländer, aber der Deutsche Schäferhund war noch bis in die letzte Auswahlrunde gekommen!

Greif  Ehrenring Schloß Meisdorf

Hans Bodenmeier räumte ab

Der Star am Samstag war Hans Bodenmeier, der drei Deutsche Schäferhunde ausstellte, bei allen waren der hervorragende Pflegezustand und die Gelassenheit bemerkenswert. Auch sein italienischer Rüde, der wegen Gefährlichkeit vor wenigen Wochen abgegeben worden war, zeigte sich völlig unbeeindruckt, als Herr Dr. Peper sein Gebiss gründlich betrachtete und jeden Knochen einzeln fühlte. Hans’ unbestrittenes Fingerspitzengefühl, das einen guten Hundler ausmacht, spiegelte sich im Verhalten des Rüden. Sein junger Jukon-Sohn Heno z Podskalky-Slowakia wurde BOB und Hans war es nur peinlich, als alle ihm gratulierten: „Ausgerechnet bei einer Ausstellung…!“

Siegerehrung am Samstag Hans gewinnt BOB

 VDH Ausstellung erwies sich als Gewinn

 „Wenn ich das jedes Wochenende machen müsste, hätte ich sicher bald keinen Spaß mehr am Hundesport! Aber so mal zwischendurch und dann vor allem zusammen mit all unseren Freunden in der Gruppe, hat es richtig Spaß gemacht“, fasste Heidi Willaschek zusammen, was alle dachten.

Der RSV2000 war gern der Einladung des VDH Sachsen-Anhalt gefolgt, einige Deutsche Schäferhunde beim Rassehunde Meeting im Schlosspark Meisdorf auszustellen. Eugen Ecker und Roger Wisniewski konnten Anwärterübungen ableisten, Dr. Helmut Raiser, der alle mit seinen Qualitäten als Aussteller überraschte und Werner Zabel haben nun die Bestätigung, dass sie Sonderleiter waren (Voraussetzung für die Zulassung zum Zuchtrichter). Nur Ursula Zabel grummelte ab und an, dass sie nicht wüsste, wie sie, die dies höchstens als allgemeine Lebenserfahrung verbuchen könnte, auf einmal zu der Ehre gekommen sei, an beiden Tagen den Posten einer Ringschreibkraft zu übernehmen. Aber man hat sie auch viel lachen sehen, so schlimm kann es also nicht gewesen sein!

Herzlichen Dank Herrn Dr. Peper und dem Team des Rassehundemeetings Schloß Meisdorf!

Für den RSV2000 mit seinen Deutschen Schäferhunden und seinen Ehrengast an diesen Tagen, Prof. Kim Tae-Jung aus Südkorea waren es zwei erlebenswerte Tage!