12.u.13.06.2010 Bundesqualifikation des RSV2000 zur VDH Deutsche Meisterschaft (IPO)

Die Bundesqualifikation des RSV2000 zur VDH Deutsche Meisterschaft (IPO) aus der Sicht des Organisationsteams

Hallo Sportsfreundinnen und Sportsfreunde, vieles ist gesagt zu dieser Veranstaltung. Viel Lobendes, einiges Kritische, einiges Überflüssige, direkt und im Leistungshundeforum von schäferhund.net. 14.170 Zugriffe auf das Thema zeigen, das es auf Interesse stößt.


Unsere Mannschaft für Rottweil


Wir, die LCC, die Organisatorinnen des CC Mittelweser und die ausrichtende Ortsgruppe RSV2000 Weser/Aller, sind stolz auf das, was wir geleistet haben. Fast alles hat geklappt. Was nicht geklappt hat, steht jetzt auf einem Merkzettel für die nächste Veranstaltung. Wir sind – ganz ehrlich – noch an konstruktiv-kritischen Meinungen interessiert. Dann wird es beim nächsten Mal perfekt. Die Ergebnisliste nach Startnummern sortiert hat Gerd Fern schon während der Veranstaltung fortlaufend online gestellt. Auch Videos waren fast zeitgleich in Dogs-TV von Uwe Junker zu sehen. Wirklich toll. Trotzdem – wer nicht vor Ort war, der hat etwas verpasst.

Ich zitiere einmal aus den Emails, die uns nach der Veranstaltung erreicht haben:
„...Ihr hab es echt super gemacht. Dafür, dass es „nur“ ein Gelände und kein Sportplatz oder Stadion war, hat es an nichts gefehlt und alles war absolut perfekt! Ich möchte sogar sagen, vielleicht viel besser als irgendwo im Stadion. Man war mitten in der Natur, wir waren nur unter uns, super Möglichkeiten für Hundeauslauf oder fürs Auto abstellen, denn schließlich haben wir ja alle unsere Hunde dabei (auch die Zuschauer) aber dennoch WC, Wasser, Strom, Dach über dem Kopf, super Essen usw. usw. – alles bestens und gesichert. Es hat mir wirklich sehr bei euch gefallen – wenn es nicht so weit wäre, würde ich mich gerne öfters bei euch verwöhnen lassen.“ „Ich möchte mich herzlichst für die tolle Veranstaltung und Eure freundliche Unterstützung in der Vorbereitung sowie im Wettkampf bedanken! Eure Leistung, quasi aus dem Nichts in kürzester Zeit eine solche Veranstaltung zu organisieren und auszurichten, verdient höchsten Respekt! ...“

Der Prüfungsablauf im engeren Sinne ist von Fiffi Lüneberg (auf dem Foto bei der Auslosung am Samstagmorgen) hervorragend strukturiert worden. Die Organisation hatte manchmal Mühe, ihm zu folgen. So gab es ein paar Holperstellen im Ablauf, die aber vielleicht gar nicht alle bemerkt wurden.



Hervorragend unterstützten die Organisatorinnen aller anderen CC (auf dem Foto Anja Classen, Marianne Diedrichkeit und Christiane Brandtner-Schwartz) und die anwesenden Mitglieder von RSV2000 Ortsgruppen. Da wurde ohne langes Palaver mit angefasst.

Die Ortsgruppe Weser/Aller kämpfte mit allen zur Verfügung stehenden Kräften gegen den Wind (am Freitagabend flogen alle Zelte über die Wiesen davon) und die Masse an Besuchern speziell am Sonntag. Wir haben da so um die 260 Besucher gezählt. Und weil ja niemand vorher sagen konnte, wie groß der Andrang sein würde, musste zweimal Grillgut nachgeordert werden und die Schlange in der Mittagspause war so lang, dass sie uns auch nicht gefallen hat. Am Montag musste dann auch noch aufgeräumt werden. Trotzdem: Es war eine tolle Sache, so etwas durchzuführen. Zu den Leistungen der Hundeführer, der Richter und Fährtenleger werden wir sicher aus „berufenerem Munde“ aus den Reihen des RSV2000 noch hören oder lesen. Deshalb hier jetzt dazu nichts.

Wir würden uns freuen, einmal wieder eine solche Veranstaltung ausrichten zu dürfen. Es ist ein schönes Erlebnis, die Mitglieder des RSV2000 und anderer Verbände zu Gast zu haben. Es grüßen – noch ein wenig erschöpft – aus dem CC Mittelweser Christiane Brandtner-Schwartz Dorothee Haß

Christiane Brandner Schwarz
Organisatorin CC Mittelweser

 

Unsere RSV2000 Qualifikation zur VDH DM                 

 Drei Jahre und mehr mussten die ambitionierten Hundeführer des RSV2000 teilweise warten, um endlich wieder überregional auftreten zu können. Einige brachten damit für den RSV2000/ für den Erhalt des Schäferhundes ein großes Opfer, ist doch die Leistungsfähigkeit eines Schäferhundes von kurzer Dauer und der Zenit schnell überschritten – aber das Ziel ist es wert, das Opfer zu bringen.

Schon die erste überregionale Prüfung entschädigte: „Solch eine schöne Veranstaltung, mit sportlichem Ehrgeiz aber einer Kameradschaft,  wo jeder jedem alles gönnt, habe ich lange nicht erlebt“, war der spontane Kommentar einer Teilnehmerin.

Aber auch der sportliche Teil zeigte Leistungen  die Hingucker waren und Richtertätigkeiten, die zwar hart selektierten aber kompetent und von der Performance äußerst angenehm und respektvoll die präsentierten Leistungen würdigten.

Eugen Ecker (RSV2000) richtete die Fährte, Mirko Beins (DVG) die Unterordnung und Norbert Bösche (DVG) den Schutzdienst. Sie hatten keine Not die in sie gesetzten Erwartungen zu erfüllen, sind sie doch alle drei Hundeführer, die in der Materie stehen.

Sie kamen zu folgendem Ergebnis:

Erster wurde unser  Eckhard Andersch mit 287 Punkten für  eine überzeugende Leistung seiner Hündin Ara vom Ecke. Ecke ist sozusagen  unsere <aggressive Übernahme> vom SV und alle freuten sich riesig, dass gerade er gewonnen hat. Er kam als Gast erst kürzlich zur Eröffnung der Ortsgruppe RSV2000 Mochau, hörte unsere Philosophie, sah unsere Arbeiten und wusste sofort, wo er hin gehört. Uns beeindruckte die Konsequenz  mit der er seine Leistungsrichtertätigkeit im SV aufgegeben hat, um sich höheren Zielen zu widmen.

Zweiter wurde der LAZ des RSV2000 Dr. Helmut Raiser mit 282 Punkten. Mit seinem Hund Finch von Loyola hat er schon als Sieger bei den Masters 2008 in den USA gezeigt, dass er die gesamte Weltelite schlagen kann. Zwar hatte der SV auf unsportliche und dubiose Art  und Weise erfolgreich verhindert, dass Finch im besten Alter auf der BSP präsentiert wurde, aber mit den beiden Vs in B und C zeigte er auch jetzt noch Highlights der Ausbildung und hat sich eindrucksvoll zurückgemeldet. 

 Dritter wurde Harry Kretzschmar mit seinem Pascha vom Kirchgraben mit 281 Punkten, einem nicht einfach zu führenden Hund, der Harry schon vor einige Aufgaben gestellt hatte.

Paschas Fährte mit 100 Punkten war Perfektion.

Harrys Rede bei der Eröffnung der OG RSV2000 Mochau, wo er betonte, dass er nicht das diktatorische DDR Regime und die Unterdrückung hinter sich gelassen hat, um sich jetzt in seinem Hobby vom SV  wieder gleiches antun zu lassen, ist noch in eindrucksvoller Erinnerung.

Als Vierter in der Reihe erreichte LCC Thomas Classen mit 280 Punkten ein beachtliches Ergebnis. Dass Thomas  sich im vorderen Feld auf Großveranstaltungen platziert ist ja nichts Außergewöhnliches, aber er ist auch einer von denen die oben beschriebene Opfer gebracht haben: Sein Hund ist jetzt zu alt und der Nachfolger wird gerade erst aufgebaut. So hatte er sich kurzfristig entschlossen mit Zandro Satoris, dem Hund seiner Ehefrau, Anja, zu demonstrieren, dass im RSV2000 Fitness im Alter ein hohes Gut ist. Zandro überzeugte im stolzen Alter von über 9 Jahren technisch und auch trieblich mit sehr guten Leistungen.

Fünfte wurde Daniela Heidrich, die Ihre Hündin Exanja vom Waldhäuser Schloss schon 2009 auf der Qualifikation zur VDH DM im SV vorgestellt hatte und trotz Qualifikationsleistung nicht zur DM mitgenommen wurde, weil sie beim 7-Länder-Wettkampf beruflich verhindert war. Diese ignorante Behandlung von sportlichen Leistungen wollte auch sie sich in ihrem Hobby nicht weiter bieten lassen. Umso mehr die Freude, dass ihr Wunsch, die VDH DM zu führen, realisiert werden konnte.

Diese ersten fünf Teilnehmer wurden vom RSV2000 als Mannschaft für die VDH DM 2010 gemeldet.

Die fünf Nächstplatzierten wurden als „Nachrücker“ gemeldet, sie erhalten eine Startmöglichkeit nach dem Leistungsprinzip, wenn andere Vereine ihr Kontingent nicht ausschöpfen.

Wenn sie die Chance bekommen, dann sind da noch einige Joker zu erwarten, denn der junge Casper vom Bürgereck, den  der LCC Henric Sielaff  vorführte, hat in der Prüfung längst nicht sein Potential erreicht.

Dann ist da Heinz Mussenbrock, der mit seiner Hündin Ebony vom Roxeler Bahndamm eine gleichmäßig sehr gute Leistung in allen  drei Sparten zeigte.

Für Klaus Stichnoth mit seinem neuen Wicko von der Lohbach kommt dieses Jahr wohl noch etwas früh, aber Klaus hat bei diesem sehr starken, nicht einfach zu hantierenden Hund in kürzester Zeit die Grundlagen für überdurchschnittliche Leistungen gelegt. In der Prüfung zeigte Klaus seine ganze Erfahrung mit Großveranstaltungen und mit Wicko sehr gute Leistungen.

Gerald Groos hatte an diesem Wochenende mit Oleg von der Maineiche  nicht nur kein Glück, es lief alles dumm: shit happens sagt der Amerikaner. A und B   blieben weit unter Normalität und bei einem ansonsten perfekt zelebrierten Schutzdienst kürzte Olek bei einem Versteck ab. Mit den 2 Punktabzügen fürs Versteck hatte Oleg zwar mit 97 Punkten immer noch den einduckvollsten und höchstbewerteten Schutzdienst, aber das war für Gerald dann natürlich nicht wirklich ein Grund zum Jubeln. – Es gibt eben Tage, da bleibt man besser im Bett.

Mit dem 10. Platz musste sich Diana Stichnoth begnügen, weil ihr Ero vom Hackenbach ausgerechnet durch die Unterordnung, welche eine Augenweide war, wegen Verlust aller 10 Punkte in der Dauerablage in der Reihenfolge weit nach unten rutschte.

Für Kurioses auf dieser Veranstaltung sorgte Bernd Raiser mit Kustmarken’s Älmo:
Nach perfektem Revieren und vorzüglichem Stellen und Verbellen durfte er das Stachelhalsband abmachen und aufhören. Sein Kommentar: "In den letzten drei Jahren konnte ich keine Prüfung machen und habe immer so trainiert, morgen melde ich zur ISP, wer mehr sehen will, soll sich das dort angucken.

Es war eine tolle Veranstaltung!

Darin waren sich Teilnehmer, Zuschauer und Ausrichter einig.

Werner Zabel

 

Als „Stadionsprecher“ hatte ich die besondere Gelegenheit, viele der gezeigten Leistungen in „B“ und „C“ zu sehen!

 Bei der ersten überregionalen Prüfung war deutlich zu erkennen, dass die Doppel-(Mehrfach)Belastung für einige der Hundeführer durch die Vereinsgründung im Vorwege, durch die Organisation dieser Veranstaltung neben der persönlichen Teilnahme, zeitgleich mit der Ausbildung der eigenen Hunde eine große Anstrengung bedeutete.

Die Vorbereitung zu diesem Wettkampf war nur unter erschwerten Bedingungen möglich und schon deshalb entsprachen teilweise die Ergebnisse nicht den möglichen Potenzialen der vorgestellten Hunde.

In der Spitze waren die durchschnittlichen Leistungen der erstplatzierten fünf (bzw. sechs bis zehn) Teams in der Fährte 96,4, (93,8)  in der Unterordnung 92,6 (86,8) und im Schutzdienst 93 (92,6) Punkte.

Letztlich haben die Unterordnungsergebnisse die Rangfolge bestimmt!

Hier wird aus meiner Sicht deutlich, dass zukünftig auch die Unterordnung ein wichtiges Ausbildungsthema für unseren jungen Verein darstellt!

Nach Aussage des Leistungsrichters Eugen Ecker und der Fährtenleger Hotte Toporek bzw. Peter Annuschat waren die Fährten anspruchsvoll und forderten von allen Teilnehmern einiges ab.

Die Leistungsrichter Mirko Beins in „B“ und Norbert Bösche in „C“ aus dem DVG waren professionell objektiv und stellten heraus, dass hohe Triebanlagen, gepaart mit  Arbeitswillen bei guter Führigkeit ausschlaggebend waren für eine sehr gute oder bessere Bewertung.  

Im Schutzdienst wurde den Hunden insbesondere bei der Mutprobe einiges abverlangt!

LCC-Anwärter Sebastian Ruby zeigte uns schon mal sein Talent als Helfer und Thomas Müller (LCC Saar-Pfalz), dass er den sportlichen Anspruch und Gedanken dieser Veranstaltung fair umgesetzt hat.

Ich freue mich für unseren Verein, dass gerade unsere jüngsten Errungenschaften Eckhard Andersch (Sieger m. 287 Pkt.), Harry Kretzschmar (281 Pkt.) und Daniela Heidrich (280 Pkt.) eine Platzierung zur VDH-DM-Teilnahme erreicht haben.

LAZ Helmut Raiser (282 Pkt.) und LCC Thomas Classen (280 Pkt.) unterstrichen abermals ihre Professionalität mit den gezeigten Ergebnissen!

Gewinner waren am Ende alle Teilnehmer, da sie den Mut hatten anzutreten.

Ich bin mir sicher, dass wir die richtige Mannschaft zur VDH-DM nach Rottweil senden.

 

Ralf Waschulewski

LCC-Mittelweser