Richtig Richten: (K)eine Frage der Ehre
Letztes Wochenende war es endlich soweit: Nach wochenlanger Vorbereitung durch den RSV2000 Steinfurt wurde in Borghorst das Competence Center (CC) Münsterland eröffnet. Am sonnigen Pfingstwochenende trafen sich nahezu 200 Schäferhundinteressierte – viele RSV2000 Mitglieder von nah und fern, aber auch viele „noch“ Nicht-Mitglieder. „Ich freue mich über diese positive Resonanz!“, so Peter Diedrichkeit (Vorsitzender in Steinfurt, Richterobmann des RSV2000 und frisch gebackener LCC Münsterland).

Die „LCC-Jacke“ – mehr als ein Kleidungsstück
Gut gestärkt durch ein gemeinsames Frühstück begrüßten Eugen Ecker (1. Vorsitzender RSV 2000) und Dr. Helmut Raiser (Leiter Ausbildung und Zucht, LAZ) alle Besucher. Anschließend folgte einer der wohl emotionalsten Momente, besonders für alle Borghorster RSV2000-Mitglieder: Die offizielle Eröffnung des Competence Center Münsterland. Peter Diedrichkeit erhielt symbolisch seine „LCC-Jacke“.

Theorie und Praxis im Wechsel
Im weiteren Verlauf des Wochenendes wechselten sich Theorie und Praxis ab. Neben einer kurzen Vorstellung des RSV2000 durch Ursula Zabel (Leiterin der Geschäftsstelle RSV2000) sowie einer kurzen Erklärung der Matrix der Talentsichtung von Dr. H. Raiser wurden wieder viele neue Talente gesichtet. Auch im Münsterland hatten sich einige Hundeführer mit ihren Vierbeinern angemeldet, besonders zur Junghundsichtung. Ferner fand der Vortrag zum Thema „Unterordnungsvortrag Theorie und Praxis“ von Norbert Schwickert (LCC Saar-Pfalz) großen Anklang. Des Weiteren erhielt der zweite LCC Münsterland Henrik Sielaff seine unverwechselbare LCC-Jacke – überreicht durch Dr. H. Raiser.

Richterbögen im RSV2000: transparent und valide
Peter Diedrichkeit – Leistungsrichterobmann – stellte die mit Spannung erwarteten neuen Richterbögen in A, B und C vor: „Ziel der neuen Richterbögen ist die Vereinfachung, Transparenz und Validität des Richtens und der Ergebnisse“, so Diedrichkeit.
Vereinfachung heißt, einfach und klar auszufüllende Richterbögen, ohne lang entstehende Pausen für den Hundeführer. Mehr Transparenz für Hundeführer sowie Zuschauer bei Prüfungen. Beispielsweise könnten die Zuschauer zusätzlich zum Katalog einzelne Richterbögen für die vorgeführten Hunde erhalten. Positiver Nebeneffekt: Das „Mitrichten“ führt wieder zu mehr Interesse für die einzelnen Hunde. Validität bedeutet hier: Egal zu welchem Richter man geht, die Kriterien, die zum Ergebnis geführt haben, sind nachvollziehbar.
Unterschiede in der Strenge des Richtens wird es natürlich weiterhin geben; je nach Austragungsrahmen (Ortsgruppen- oder Überregionale Prüfung). Eine weitere Innovation wird sein, dass es in Zukunft zumindest bei der Internationalen Siegerprüfung (ISP RSV2000)in jeder Sparte zwei Richter geben wird.

Alle waren Richter!
Und so folgte das absolute Highlight der Veranstaltung: Der Vergleichswettkampf der LCC in B und C. Aber nicht die Vorführung alleine führte dazu, sondern besonders die Idee von Peter Diedrichkeit, dass nicht nur die Richter richteten, nein, auch die Zuschauer. Jeder, der mitmachen wollte, erhielt einen Richterbogen.
Roger Wisniewski, Dr. Helmut Raiser, Wilfried Lüneberg und Horst Toporek gingen mit ihren Vierbeinern an den Start. Im Anschluss an die jeweiligen Vorführungen in B und C wurden die Richterbögen von Peter Diedrichkeit sowie Gerald Groos (LCC Rhein-Main) besprochen. Bereits hier merkte man, dass das Richten und die neuen Richterbögen noch Neuland für Richter und Hundeführer gleichermaßen ist.

Reger Gedankenaustausch à la RSV2000
Bei Innovationen gibt es nichts besseres, als gemeinsam an den Lücken und Tücken zu arbeiten. Genau dies geschah dann direkt nach den Vorführungen. Hundeführer, Richter und Zuschauer diskutierten konstruktiv die neuen Richterbögen. „Dies ist die positive Streitkultur des RSV2000, die uns gemeinsam weiter bringt und auch diese Diskussion hat uns wieder einen großen Schritt nach Vorne gebracht“, merkte Dr. H. Raiser an dieser Stelle an.

Eigentlich war der Vergleichswettkampf bereits der letzte Programmpunkt. Aber nicht so bei den motivierten RSV2000-Mitgliedern. Wie hätte es auch anders sein können: Es folgte, wie bereits am Samstagabend, ein offenes Training. Kurzum, die Eröffnung des CC Münsterland war eine großartig organisierte und durchgeführte Veranstaltung. Nicht nur in Bezug auf alle Hundeaktivitäten, sondern besonders auch im Bereich der Zwischenmenschlichkeit – hervorragende Verpflegung und genügend Raum für die Netzwerkpflege aller Schäferhund-Freunde.
